Was ist ein CRIS?

Ein Forschungsinformationssystem (CRIS) ist eine Datenbank oder ein vergleichbares Informationssystem zum Speichern, Verwalten und Austauschen von Daten und Metadaten von Forschungsaktivitäten an einer Universität oder außeruniversitären Forschungseinrichtung.

Motivation für Portfolio & Showroom

Mit der digitalen Datenrevolution haben sich Künstler*innen und Kunstuniversitäten externen Bewertungskriterien und -metriken, wie dem Impact Factor, untergeordnet, wenn es um die Bewertung ihrer Arbeit geht; dabei kommen Kriterien zur Anwendung, die meist aus anderen wissenschaftlichen Kontexten stammen. Zum Nachteil der Kunstuniversitäten werden Aktivitäten der künstlerischen Arbeit, wie Ausstellungen, Performances, Konzerte usw., von etablierten CRIS ignoriert oder, selbst wenn sie erfasst werden, von systemimmanenten Algorithmen nicht so stark gewichtet.

Nach einer intensiven Erhebung bestehender CRIS beschloss die Universität für angewandte Kunst Wien gemeinsam mit weiteren Projektpartner*innen, sich um die Förderung der Entwicklung eines CRIS zu bemühen, das den Ansprüchen einer Kunstuniversität genügt, frei verfügbar und Open Source ist und zudem sicher stellt, dass die Daten denen gehören, die sie produzieren und eintragen. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung bewilligte den Antrag und so kann seit 2017 an der Entwicklung dieses neuen und innovativen CRIS interdisziplinär gearbeitet werden.

Es ist politisch

Im Kontext des Fokus auf Veröffentlichungen als die „am höchsten“ bewertete Form des akademischen Outputs ist es verständlich, dass die am häufigsten verwendeten Forschungsinformationssysteme oftmals im Besitz von Verlagskonglomeraten sind. Diese Unternehmen veröffentlichen wissenschaftliches, technisches und medizinisches Material und bieten auch sogenannte „Entscheidungsinstrumente“ für Universitäten und Forschungsförderungsagenturen. Veröffentlichungen sind jedoch nur ein kleiner Teil des Outputs von Kunstuniversitäten.

Viele dieser aktuellen Forschungsinformationssysteme werden als Software as a Service (SaaS) angeboten. Die Daten befinden sich dementsprechend in der sogenannten Cloud, sodass für die Benutzer*innen dieser Software unklar ist, wo sich ihre Daten befinden und wer Zugriff darauf hat. Dies bedeutet, dass der Begriff „privat“ oft eine andere Bedeutung erlangt, wenn das System gleichzeitig anzeigt, welche Benutzer*innengruppen diese „privaten“ Daten auch einsehen können.

Ein radikal neuer Ansatz

Im Gegensatz zu anderen verfügbaren CRIS wird Portfolio & Showroom aus Anwender*innensicht konzipiert und gestaltet, um die Anliegen und Arbeitsabläufe von Forscher*innen, Lehrenden und Student*innen der Kunstuniversität zu ergänzen. Dies steht in krassem Gegensatz zu den anderen Systemen, die für ausschließlich institutionelle/administrative Bedürfnisse konzipiert wurden.

Das System ist in zwei Anwendungen unterteilt, um Benutzer*innen eine bessere Kontrolle und einen Überblick über ihre Forschungsdaten zu ermöglichen. Portfolio fungiert als privates Repositorium, während Showroom das öffentlich sichtbare Profil ist, das veröffentlichte Einträge aus Portfolio enthält. Funktionen von Showroom wie ein Showcase-Bereich und die Möglichkeit, verschiedene Ergebnisse in einem akademischen Lebenslauf zu priorisieren, ermöglichen es den Benutzer*innen, ihre Forschungsergebnisse flexibler zu kuratieren und digital darzustellen – genau so, wie sie sich präsentieren möchten.

Pläne und Roadmap

2017 begann die Entwicklung von Portfolio & Showroom. Portfolio wurde im September 2019 veröffentlicht. Showroom folgt im Jahr 2021. Unsere geplanten Versionen finden Sie hier: